Warnstreik bei der Lufthansa in Hamburg – Passagiere nicht betroffen

Sämtliche Maschinen starteten und landeten ohne Verspätungen. Auch an den Check-in-Schaltern gab es keine längeren Wartezeiten als sonst. Der Ausfall eines Lufthansa-Fluges nach Stuttgart sei nicht auf den Warnstreik zurückzuführen gewesen, sagte ein Unternehmenssprecher. Nach Angaben der Gewerkschaft ver.di beteiligten sich mehr als 3.500 Mitarbeiter an dem auf den Standort Hamburg beschränkten Ausstand. Die Polizei schätzte die Zahl der Teilnehmer bei der anschliessenden Kundgebung auf 3.000.


9,8 % mehr Lohn für zwölf Monate
Ver.di fordert im Tarifstreit mit der Lufthansa für die rund 50.000 Beschäftigten am Boden und in der Kabine 9,8 Prozent mehr Geld für zwölf Monate. Die Lufthansa bot zuletzt zweistufige Erhöhungen von 3,4 und 2,1 Prozent für das Bodenpersonal für eine Laufzeit von 19 Monaten an. Das Angebot im gleichen Volumen für die Kabine steht unter dem Vorbehalt einer Einigung mit der Kabinengewerkschaft UFO. Die zweite Runde der Verhandlungen zwischen ver.di und dem Unternehmen war am Mittwochabend ergebnislos abgebrochen worden. Beide Seiten wollen nach Gewerkschaftsangaben am 1. Juli einen neuen Einigungsversuch unternehmen.


Ausweitung des Arbeitskampfes angedroht
Der Warnstreik in Hamburg hatte am Morgen begonnen und endete am Mittag mit einer Kundgebung vor einem der Terminals. Ver.di-Chef Frank Bsirske bekräftigte dort die Forderungen der Gewerkschaft. In den Ballungsräumen seien die Lebenshaltungskosten in der jüngsten Zeit explodiert. «Unsere Forderung von 9,8 Prozent ist vor diesem Hintergrund gerecht und sehr berechtigt», sagte Bsirske nach Gewerkschaftsangaben. Der Hamburger ver.di-Vorsitzende Wolfgang Rose drohte mit einer Ausweitung des Arbeitskampfes: «Die Arbeitgeber müssen davon ausgehen, dass aus diesem Warnstreik ein Streik wird, wenn sie nicht einlenken.» Die Beschäftigten müssten an der guten wirtschaftlichen Entwicklung des Konzerns beteiligt werden. (awp/mc/pg)

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