Implenia legt Latte für das laufende Jahr höher

Implenia legt Latte für das laufende Jahr höher
Implenia-CEO André Wyss. (Foto: zvg)

Zürich – Implenia hat im vergangenen Jahr zwar den Rekordgewinn des Vorjahres nicht mehr erreicht, aber die operative Profitabilität verbessert. Für das laufende Jahr legt der grösste Schweizer Baukonzern die Latte noch höher.

2025 peilt Implenia einen Betriebsgewinn auf Stufe EBIT von rund 140 Millionen Franken an. Dies wären etwa 10 Millionen mehr als im vergangenen Jahr, wie Implenia am Mittwoch in einem Communiqué bekannt gab.

Sogar für das Geschäft im krisengeschüttelten Deutschland zeigt sich der scheidende Konzernchef André Wyss sehr optimistisch. Im nördlichen Nachbarland habe Implenia einen guten Auftragsbestand.

Zwar sei der deutsche Wohnungsbaumarkt in einer Krise. Diese habe Implenia zwar etwas gespürt, aber nicht dramatisch, sagte Wyss, der Ende Monat Implenia verlässt und SBB-Verwaltungsratspräsident werden soll. Der Wohnungsbau sei für den Baukonzern in Deutschland zweitrangig.

Auch Schweizer Baugeschäft läuft rund
Dagegen laufe der Infrastrukturbau sehr gut, betonte Wyss. «Beim Infrastrukturbau sehen wir keine negativen Entwicklungen – im Gegenteil», so der CEO. Autobahnbrücken oder Tunnels würden weiterhin gebaut, trotz der klammen öffentlichen Kassen. Und beim Hochbau habe es nur einen leichten Rückgang gegeben. «Da zahlt sich unsere Strategie auf grosse und komplexe Bauten aus, wie zum Beispiel den Laborneubau in Mainz.»

Mit den gesunkenen Zinsen als Folge der Leitzinssenkungen der Nationalbanken hätte die Baugesuche in der Schweiz schon im vergangenen Jahr wieder angezogen, sagte Wyss. Und das dürfte in diesem Jahr noch stärker werden. Zudem hätten die Sanierungen zugenommen. «Wir sind sehr optimistisch für die Baubranche.»

Rekordgewinn nicht mehr geschafft
Im vergangenen Jahr sank der Konzernumsatz zwar um 1,0 Prozent auf 3,56 Milliarden Franken. Dafür konnte Implenia die operative Profitabilität verbessern. Der Betriebsgewinn EBIT stieg um 6,4 Prozent auf 130,5 Millionen Franken. Entsprechend legte die Betriebsgewinnmarge auf 3,7 Prozent zu nach 3,4 Prozent vor einem Jahr.

Der Reingewinn erreichte allerdings den Höchststand aus dem Vorjahr nicht mehr. Unter dem Strich erzielte Implenia im Jahr 2024 noch einen Reingewinn von 93,4 Millionen Franken. Ein Jahr zuvor hatten positive Steuereffekte den Reingewinn auf 141,8 Millionen Franken hochgetrieben, was das beste Ergebnis in der Firmengeschichte gewesen war.

Damals hatte Implenia latente Steuerforderungen auf Verlustvorträgen kapitalisiert. Diesmal fielen die positiven Steuereffekte nicht mehr so hoch aus wie im 2023. Der Rückgang war daher erwartet worden.

Kräftige Dividendenerhöhung
Die Aktionäre können sich nun über eine deutlich höhere Ausschüttung freuen: Implenia will eine Dividende von 0,90 Franken je Aktie bezahlen. Das sind 30 Rappen mehr als im Vorjahr.

Mit den Zahlen hat Implenia die Prognosen der Analysten beim Reingewinn klar und beim EBIT etwas übertroffen.

Die Aktie gab trotzdem kräftig nach. Um 14.20 Uhr notierte der Titel um 5,4 Prozent im Minus auf 36,30 Franken. Allerdings war der Kurs im vergangenen Monat kräftig in die Höhe geschossen und hatte den höchsten Stand seit August 2023 erreicht.

An den mittelfristigen Zielen hält der Konzern fest: So will Implenia eine EBIT-Marge von über 4,5 Prozent und eine Eigenkapitalquote von 25 Prozent erreichen. «Der Verwaltungsrat geht davon aus, dass Implenia auch zukünftig kontinuierlich Dividenden ausschütten wird», hiess es weiter.

Dies geschieht unter einer neuen Führung: Konzernchef Wyss übergibt sein Amt ab dem 1. April wie bereits bekannt an Jens Vollmar, der bisher Leiter der bisherigen Division Buildings ist. (awp/mc/pg)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert