Raiffeisen muss 2024 Gewinnrückgang hinnehmen

Christian Poerschke, interimistischer Vorsitzender der Geschäftsleitung von Raiffeisen Schweiz. (Foto: Raiffeisen)

St. Gallen – Die Raiffeisen-Gruppe hat im vergangenen Jahr die Veränderung im Zinsumfeld zu spüren bekommen und schreibt einen tieferen Gewinn als noch im Jahr davor. Im Hypothekarmarkt hat die Gruppe die Ausleihungen deutlich erhöht.

Der Gruppengewinn lag mit 1,21 Milliarden Franken um 13,1 Prozent unter dem Vorjahresergebnis, wie die zweitgrösste Bankengruppe der Schweiz am Donnerstag mitteilte. Der Geschäftserfolg, also das operative Ergebnis, nahm mit einem Minus von 16,9 Prozent auf 1,42 Milliarden Franken noch etwas deutlicher ab.

Die Raiffeisen-Banken erwirtschafteten im vergangenen Jahr einen etwas tieferen Gesamtertrag von 3,90 Milliarden Franken, was einem Rückgang um 4,0 Prozent entsprach. Im bedeutenden Zinsengeschäft lag der Nettoerfolg mit 2,84 Milliarden um 7,5 Prozent unter dem ausserordentlich hohen Vorjahresergebnis, wie die Bank schreibt.

Das Kosten-Ertrags-Verhältnis verschlechterte sich mit einem Wert von 56,7 Prozent nach 51,9 Prozent. Die Bankengruppe hat zudem auf ihrer Beteiligung am Derivatespezialisten Leonteq eine Wertberichtigung von 82,4 Millionen vorgenommen.

Die Hypothekarforderungen stiegen im vergangenen Jahr um 4,6 Prozent auf 220,8 Milliarden Franken an. Die Bank habe damit ihre Marktstellung damit weiter ausgebaut und den Marktanteil von 17,8 auf 18,1 Prozent erhöht, schreibt Raiffeisen. Wachsen konnte die Bankengruppe auch im Geschäft mit den Firmenkunden.

Die Kundeneinlagen legten mit einem Plus von 3,4 Prozent auf 214,9 Milliarden Franken ebenfalls deutlich zu. 2024 sind Raiffeisen mehr als doppelt so viele Kundeneinlagen zugeflossen als im Vorjahr, heisst es.

Für das Gesamtjahr zeigt sich Raiffeisen mit Hinweis auf das anspruchsvolle Umfeld zurückhaltend. Die sinkenden Hypothekarzinsen belebten aber die Immobiliennachfrage und dürften die Preisdynamik sowohl im Eigenheimsegment als auch bei Renditeimmobilien wieder erhöhen, heisst es. Insgesamt erwarte die Bankengruppe 2025 ein Ergebnis im Rahmen des Vorjahres. (awp/mc/ps)

Exit mobile version