US-Arbeitsmarkt bleibt sehr robust

US-Arbeitsmarkt bleibt sehr robust
(Photo by Ju PhotoStocker from Freerange Stock)

Washington – Der US-Arbeitsmarktbericht ist im März uneinheitlich und immer noch sehr robust ausgefallen. So ist die Beschäftigtenzahl stärker als erwartet gestiegen, während gleichzeitig die Arbeitslosenquote etwas anzog, wie aus Zahlen des Arbeitsministeriums vom Freitag hervorgeht. Das zuletzt angekündigte heftige Zollpaket von US-Präsident Donald Trump spiegelte sich in den Daten noch nicht wider. Angesichts der jüngsten Zuspitzung im Zollkonflikt spielten die Daten an den Finanzmärkten kaum eine Rolle.

«Ich kann mich nicht entsinnen, dass ein US-Arbeitsmarkt jemals so zur Nebensache geriet wie heute», kommentierte Dirk Chlench, Volkswirt bei der LBBW. Die Märkte stehen ganz in Bann des Zollstreits.

Die US-Wirtschaft hat im März mehr Arbeitsplätze geschaffen als erwartet. Ausserhalb der Landwirtschaft kamen 228.000 Stellen hinzu. Volkswirte hatten im Schnitt mit 140.000 neuen Stellen gerechnet. Der Beschäftigungsaufbau in den beiden Vormonaten wurde allerdings um insgesamt 48.000 Stellen nach unten revidiert.

Höhere Arbeitslosenquote
Die Arbeitslosenquote ist hingegen weiter gestiegen. Sie legte im Monatsvergleich um 0,1 Prozentpunkte auf 4,2 Prozent zu. Es ist der zweite Anstieg der Quote in Folge. Analysten hatten im Schnitt eine Stagnation erwartet.

In den USA sind die Löhne im März wie erwartet gestiegen. Die durchschnittlichen Stundenlöhne legten gegenüber dem Vormonat um 0,3 Prozent zu. Volkswirte hatten dies im Schnitt erwartet. Im Februar hatte das Lohnplus bei revidiert 0,2 Prozent (zunächst 0,3) gelegen. Im Jahresvergleich stiegen die Löhne um 3,8 Prozent. Im Vormonat hatte der Anstieg hier laut revidierten Daten 4,0 Prozent betragen.

«In dieser denkwürdigen Woche ist der US-Arbeitsmarktbericht lediglich eine Randnotiz», kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank. «Der Jobmarkt präsentiert sich jedenfalls im März äusserst robust.» Die Massenentlassungen im öffentlichen Sektor würden sich in den Zahlen noch nicht widerspiegeln.

Nah den von China erhobenen Gegenzöllen hält Gitzel einen globalen Zollkrieg für möglich. «Würde die Weltwirtschaft dadurch grösseren Schaden nehmen, würde auch die USA eine Rezession fürchten müssen, was den Arbeitsmarkt unter Druck setzt.» Daher sei der Arbeitsmarktbericht nur eine Momentaufnahme.

Commerzbank-Volkswirt Bernd Weidensteiner erwartet in den nächsten Monaten eine Abschwächung des Arbeitsmarktes. Die Rahmenbedingungen von Unternehmen und Konsumenten seien durch zunehmende Kosten und eine steigende Verunsicherung geprägt. «In dieser Lage dürfte die Einstellungsbereitschaft der Unternehmen abnehmen.» (awp/mc/pg)

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