Michael Wegmüller, Geschäftsführer Artifact, über den Digital Economy Award: «Das Medienecho und das Feedback waren überwältigend»

Artifact und Schweiz Tourismus gewannen mit ihrer KI-Lösung «hAIdi» (ausgesprochen «Haidi», resp. «Heidi») den «Digital Innovation of the Year»-Award. hAIdi soll den Vertretern von Tourismus-Destinationen einen niederschwelligen, KI basierten Zugang zu komplexen Daten über den Schweizer Tourismus bieten. Im Interview erläutert Michael Wegmüller, Mitgründer und Geschäftsführer von Artifact, die Bedeutung des Awards für sein Unternehmen.
Von Helmuth Fuchs
Herr Wegmüller, Artifact hat den Digital Economy Award 2024 gewonnen. Wie hat sich dieser Erfolg konkret auf Ihr Unternehmen ausgewirkt, etwa in Bezug auf Bekanntheit, Neukundenakquise oder Umsatzsteigerung?
Michael Wegmüller: Das Medienecho und allgemein das Feedback waren überwältigend. Ich krieg immer noch Gänsehaut , wenn ich an diese Momente zurückdenke. Wir hatten ganz viele Gratulationen über Social Media, aber auch direkt von unseren Kunden oder möglichen Kundenkontakten und Freunden, die natürlich alle auch wissen wollten, wie dieser innovative Chatbot auf strukturierten Daten, den wir mit Schweiz Tourismus erarbeitet haben, funktioniert.
Entsprechend sind wir momentan sehr beschäftigt, all diesen neuen Geschäftsmöglichkeiten auch nachzugehen. Und ich bin sehr überzeugt, dass sich das im 2025, der Award war ja im November 2024, auch sehr positiv auf unseren Geschäftsgang auswirkt.
Welche Rolle spielt der Digital Economy Award aus Ihrer Sicht für den Austausch in der Branche und die Positionierung innovativer Unternehmen in der Schweiz?
Es ist wie ein Beschleuniger für Technologie und innovative Ideen. Die Möglichkeit, vor einer ausgewählten Fachjury die eigenen Projekte und Initiativen vorzustellen, ist eine riesengrosse Chance. Das fachlich orientierte Feedback ist auch hilfreich, um in die nächsten Schritte planen zu können.
«Die Plattform, die Bühne und das Feedback, das man erhält, ist einfach nur eine sehr, sehr grosse Genugtuung und eine sehr grosse Learning Opportunity.»
Als solches sind wir enorm dankbar, dass wir unsere Projektidee und auch unser Unternehmen durch den Digital Economy Award weiter vorantreiben konnten.
Welche Reaktionen habt ihr nach eurem Sieg bekommen?
Also wir haben enorm viel positives Feedback zurück erhalten, mit sehr viel Freude, die mit uns geteilt wurde, aber auch mit sehr viel Neugierde, wie wir eigentlich so einen innovativen Chatbot aufbauen konnten. Am Schluss waren wir aber auch dankbar für konstruktives Feedback. Die Technologie entwickelt sich heutzutage so schnell und es ist enorm schwer, überall und immer am Ball und auf dem Laufenden zu bleiben, dass dann, wenn Leute und Freunde uns gut gemeinte Tipps mitgeben, wir die natürlich auch sehr gerne mit berücksichtigen.
Also als solches eine tolle Erfahrung, die wir hier machen durften.
Würdet ihr wieder mitmachen? Würdet ihr es anderen Unternehmen ebenso empfehlen?
Das ist eine sehr gute Frage und eigentlich haben wir schon abgeklärt, ob wir im 2025 auch mitmachen dürfen. Bei uns intern witzeln wir, um ehrlich zu sein, ein bisschen, dass wir natürlich den Titel, ähnlich wie im Fussball oder im Eishockey, auch verteidigen müssten. Es braucht aber noch etwas Zeit und dieses Jahr werden wir wohl aussetzen.
Das gibt auch die Chance für andere, diese Erfahrung zu machen. Ich kann es effektiv jedem Unternehmen empfehlen, egal ob Jungunternehmen, wie das Artifact ist, oder auch ein etabliertes Grossunternehmen. Die Plattform, die Bühne und das Feedback, das man erhält, ist einfach nur eine sehr, sehr grosse Genugtuung und eine sehr grosse Learning Opportunity.
Also go for it!
Was ist das grösste Learning, das ihr nach eurer Digital Economy Award-Reise mitnehmt? Wie habt ihr das ganze Award-Jahr von Januar bis Dezember erlebt? Was waren nebst der Galanacht die Highlights?
Also für mich persönlich waren diese Jury-Meetings auch immer wieder eine Chance für die persönliche Reflexion mit dem Team zusammen, was wir eigentlich erarbeitet haben und was wir vielleicht hätten besser tun können. Ich glaube, da verlieren wir in der schnelllebigen Zeit teilweise etwas den Fokus, dass wir uns genügend Zeit nehmen, um kontinuierlich auch zu improven.
Und wenn dann noch Experten dazukommen, die einem noch weitere Tipps und Inputs geben, ist das umso besser. Also das war eigentlich für mich eine sehr, sehr schöne Zeitspanne. Auf der einen Seite die Eingabe unserer Bewerbung für den Digital Economy Award. Schon da hat man einmal reflektiert und dann kamen die unterschiedlichen Jury-Interaktionen dazu.
Und Schritt für Schritt hat man realisiert, wie innovativ dies war und was man eigentlich geleistet hat. Das hat dem Team gut getan, hat uns noch einmal richtig zusammengeschweisst und war als solches eine wirklich tolle Erfahrung.
Beschreibung der Lösung hAIdi, so lautet der Arbeitstitel eines Innovationsprojekts zur Erstellung eines virtuellen Assistenten, soll den Vertretern von Tourismus-Destinationen einen niederschwelligen, KI basierten Zugang zu komplexen Daten über den Schweizer Tourismus bieten. Das System soll die Entscheidungsträger im Tourismus als «Digitale Assistenz» bei komplexen Fragestellungen unterstützen und begleiten, indem es strukturierte Daten von Schweiz Tourismus gezielt nutzt, um faktenbasierte Handlungsempfehlungen zu geben. Dazu werden die linguistischen Stärken von LLM-Modellen kombiniert mit der automatischen Generierung von Datenbankabfragen, deren Resultate die alleinige Informationsbasis für die Antwort des Chatbots bilden, um «Halluzinationen» auszuschliessen. Die KI ist dabei zentral für die Analyse der Anfrage, die Ausgestaltung der Datenbankabfragen, die Datenanalyse, die grafische Aufbereitung der Resultate als auch für die Interpretation der Fakten integriert. |
Das Video wurde im Kraftwerk, dem Zuhause von Kickstart Innovation aufgenommen.