Tokio / Hongkong / Shanghai / Sydney – Asiens wichtigste Aktienmärkte haben am Donnerstag mit Verlusten auf die Zollankündigungen von US-Präsident Donald Trump reagiert. Stark traf es die japanische Börse und unter den kleineren Märkten Vietnam.
Die Märkte zollten dabei nicht nur den Aussagen von Trump Tribut, sondern auch der damit verbundenen Unsicherheit. «Nach seiner Rede blieben für uns viele Fragen offen», hiess es von der Landesbank Baden-Württemberg. «Es bleibt zu hoffen, dass die nächsten Tage mehr Klarheit bringen werden.» Im Ergebnis hätten die nun angekündigten Zollerhöhungen die schlimmsten Befürchtungen übertroffen.
Die japanische Börse mit ihren exportorientierten Werten reagierte mit starken Verlusten. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gab um 2,77 Prozent auf 34.735,93 Punkte nach. In der Spitze hatte der Index bis zu 4,55 Prozent nachgegeben und war damit auf den tiefsten Stand seit August 2024 gefallen. Die japanische Regierung reagierte mit Besorgnis auf die US-Ankündigung. Man habe der amerikanischen Seite gesagt, dass die Massnahmen «äusserst bedauerlich» seien, sagte Regierungssprecher Yoshimasa Hayashi zu japanischen Journalisten. Man habe «nachdrücklich gebeten», die Massnahmen zu überdenken. Trumps Regierung will neue pauschale Zölle in Höhe von zehn Prozent auf Importe aus allen Ländern einführen. Hinzu kommen individuelle Strafabgaben – im Falle der Hightech-Nation Japans sind es 24 Prozent. Die Marktstrategen der Deutschen Bank begründeten die Abgaben auch mit der Stärke des Yen, der ein Drei-Wochen-Hoch zum Dollar erreichte, was eine zusätzliche Belastung für die japanische Wirtschaft darstellt.
Etwas besser hielten sich die chinesischen Börsen. Der Hang-Seng-Index der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong sank zuletzt um 1,5 Prozent auf 22.853,95 Punkte, während der CSI-300-Index mit den wichtigsten chinesischen Festlandsaktien um 0,52 Prozent auf 3.864,00 Punkte nachgab. China hatte den USA nach der Verkündung weiterer Zölle mit Gegenmassnahmen gedroht. Man werde entschlossen Gegenmassnahmen ergreifen, um seine Rechte und Interessen zu schützen. Unterdessen hatte der Caixin-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor seinen Anstieg im März fortgesetzt.
Auch der australische Leitindex S&P/ASX 200 hielt sich einigermassen und schloss 0,94 Prozent tiefer mit 7.859,73 Punkten. (awp/mc/ps)