Asien/Pazifik-Schluss: Weitere Verluste – Australien und Japan unter Druck

Asien/Pazifik-Schluss: Weitere Verluste – Australien und Japan unter Druck
(Adobe Stock)

Tokio/Hongkong/Shanghai/Sydney – Asiens wichtigste Aktienmärkte haben am Freitag weiter nachgegeben. Dabei setzte die japanische Börse ihre Talfahrt fort. Auch auf Wochensicht lagen die Märkte der Region Asien/Pazifik im Minus.

Vornehmlich Australien und Japan reagierten damit auf den Ausverkauf an der Wall Street. «Es hagelt Abstufungen für US-Aktien, Gewinnschätzungen werden zurückgenommen, die stärkste Zollanhebung seit über einem Jahrhundert lässt selbst grosse Adressen wie den Internationalen Währungsfonds verlautbaren, dass man noch mehr Zeit benötige, um die möglichen Auswirkungen berechnen zu können», fasste Analyst Jochen Stanzl vom Broker CMC die Folgen der US-Zollankündigungen zusammen.

Die japanische Börse mit ihren exportorientierten Werten setzte ihre Talfahrt fort. Der 225 Werte umfassende Nikkei-Index gab um 2,75 Prozent auf 33.780,58 Punkte nach. Dabei standen Bankaktien unter Druck. Sie reagierten auf die eingetrübten wirtschaftlichen Aussichten durch die US-Zölle. Die konjunkturellen Sorgen drückten sich auch in der Entwicklung der Anleiherenditen zehnjähriger Staatspapiere aus, die den stärksten Einbruch seit 2003 verzeichneten, wie die Marktstrategen der Deutschen Bank betonten.

Auch der australische Leitindex S&P/ASX 200 gab mit 2,44 Prozent auf 7.667,85 Punkte merklich nach. Auch hier spiegelte die Entwicklung der Anleiherenditen die wirtschaftlichen Sorgen wider. In dem Renditerückgang kam auch die verstärkte Erwartung an weitere Zinssenkungen zum Ausdruck. In China und Hongkong wurde derweil feiertagsbedingt nicht gehandelt.

Deutliche Verluste verzeichneten erneut die Börsen Vietnams und an anderer kleinerer Märkte. Sie reagierten damit ebenfalls auf die eingetrübten Aussichten durch die US-Zollpläne. «Zwar haben die Analysten ihre Erwartungen für das Gewinnwachstum globaler Schwellenländerunternehmen für 2025 und 2026 in den vergangenen drei Monaten bereits um jeweils zwei Prozent nach unten korrigiert – weitere Abwärtsrevisionen halte ich jedoch für denkbar, sollte der Handelsstreit zwischen den USA und wichtigen Handelspartnern eskalieren und eine stärkere Abkühlung der Weltkonjunktur auslösen als bislang erwartet», merkte Anlagestratege Ulrich Stephan von der Deutschen Bank dazu an. «Mit einer Aufstockung des Schwellenländerportfolios würde ich vorerst noch warten.» (awp/mc/pg)

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