Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt tendiert am Freitag im frühen Geschäft schwächer. Händler verweisen auf die negativen Vorgaben aus den USA und Asien, denen sich der hiesige Markt nicht entziehen könne. Grund dafür sind die Strafzölle, die US-Präsident Donald Trump am Vortag angekündigt hat. Trump hatte klargestellt, dass die zunächst aufgeschobenen Zölle gegen die beiden Nachbarländer Mexiko und Kanada nun doch zum 4. März in Kraft treten sollen. Auch die verschärften Zölle gegen China sollen dann eingeführt werden, sollte es nicht doch noch eine Einigung geben.
Durch die Zölle könnte die Inflation angeheizt, Zinssenkungen in den USA weniger wahrscheinlich und das Wirtschaftswachstum beeinträchtigt werden, befürchten die Marktteilnehmer. Zudem trübt das Ergebnis des KI-Chipherstellers Nvidia die Stimmung. Angesichts der hohen Bewertung müsse Nvidia die Erwartungen stets klar übertreffen, heisst es am Markt. Doch dieses Mal hätten die Gewinne die Erwartungen nur schwach übertroffen. Dies belastete nun den ganzen Sektor.
Der Leitindex SMI fällt um 9.15 Uhr um 0,46 Prozent auf 12’898,46 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, verliert 0,55 Prozent auf 2095,88 und der breite SPI 0,57 Prozent auf 17’012,11 Zähler. Im SLI geben 26 Titel nach und drei legen zu. Swisscom sind unverändert.
Dem Negativtrend trotzen Holcim (+2,2%). Der Zementkonzern habe für 2024 Zahlen im Rahmen der Erwartungen veröffentlicht und erhöhe nun die Dividende etwas stärker als erwartet. Zudem äusserte sich der CEO positiv für sein Geschäft.
Gehalten tendieren Lindt & Sprüngli PS (+0,1%) und UBS (+0,03%).
Dagegen stechen Logitech (-7,6% auf 85,68 Fr.) negativ hervor. Die Bank of America das Rating für den Hersteller on Computerperipherie-Geräten auf «Underperform» von «Neutral» und das Kursziel auf 80 von 91 Franken gesenkt.
Bei den Aktien von Adecco (-2,6%) halten die Abgaben an. Der Titel stand schon am Vortag unter Druck, nachdem er am Mittwoch nach Zahlen massiv gestiegen war.
Die Aktien von VAT (-2,0%), Comet (-2,9%) und Inficon (-1,9%) litten unter dem «Nvidia Blues», meint ein Händler.
Die Aktien von Clariant (-11%) brechen nach Zahlenvorlage deutlich ein. Der Chemiekonzern hat 2024 einen Umsatzrückgang verbucht, aber die Profitabilität verbessert. Ein Händler verweist dabei aber auch auf die Schadenersatzklage von TotalEnergies im Zusammenhang mit Verstössen gegen das Wettbewerbsgesetz.
Auch Sunrise (-1,6%) werden nach Zahlen tiefer, VZ Holding (+0,4%) dagegen etwas höher gehandelt. (awp/mc/pg)