CH-Schluss: SMI vor allem wegen Pharmaschwergewichten schwächer

Zürich – Der Schweizer Aktienmarkt hat sich am Mittwoch leicht abgeschwächt. Nach einer richtungslosen Sitzung mit einer Handelsspanne des SMI von immerhin rund 100 Punkten waren es vor allem die defensiven Schwergewichte, welche letztlich für das Minus des Gesamtmarktes hauptverantwortlich waren. Langsam aber sicher zeigten sich Sorgen um den Zustand der US-Konjunktur in den Stimmungsindikatoren, hiess es in Marktkreisen. Zudem mache die erratische Politik der USA das Leben für die Zentralbanken aber auch für Unternehmen nicht einfacher.
Darüber hinaus nähere sich das Quartal dem Ende und die ab April in Kraft tretenden US-Zölle rückten näher. «Alles in allem ist es derzeit einfach kein Umfeld, in dem Anleger sich an grössere Neupositionierungen wagen», meinte ein Börsianer. Die am Nachmittag publizierten Daten zu den Auftragseingängen für langlebige Wirtschaftsgüter in den USA fielen zwar besser aus als erwartet, vermochten den hiesigen Aktien aber kaum Impulse zu verleihen.
Der SMI büsste 0,46 Prozent auf 12’953,80 Punkte ein. Der 30 Titel umfassende SLI verlor 0,55 Prozent auf 2098,68 Punkte und der breite SPI 0,46 Prozent auf 17’159,96 Punkte. Innerhalb des SLI kamen auf 20 Verlierer 10 Gewinner.
Am stärksten fielen die schwachen Novartis (-0,6%) und Roche (-0,9%) für das Minus des Gesamtmarktes ins Gewicht. Beide hatten jüngst noch Jahreshöchstkurse markiert und dürften nun unter Gewinnmitnahmen leiden. Das Plus seit Jahresbeginn bei Roche liegt indes noch immer bei 20 Prozent und dasjenige bei Novartis bei rund 10 Prozent.
Aber auch weitere Titel aus dem Gesundheitswesen standen zum Verkauf. Die grössten Einbussen im SLI verzeichneten die volatileren Sandoz (-3,6%), bei Straumann (-2,6%), Alcon (-1,4%) und Sonova (-1,2%) waren die Abgaben etwas moderater. Als Pharmazulieferer waren auch Lonza (-1,8%) überhaupt nicht gefragt.
In der Gruppe mit den grössten Abgaben waren zudem ABB (-1,8%) zu finden. Die Deutsche Bank hat im Vorfeld der Quartalszahlen des Industriekonzerns von Mitte April das Rating «Sell» bekräftigt.
Lediglich ein moderates Minus wiesen zum Schluss UBS (-0,2%) auf. Laut Medienberichten hat die UBS angeboten, den Anteil des riskanten Investmentbankings auf rund 30 Prozent des Gesamtgeschäfts zu begrenzen. Mit diesen Zugeständnissen wolle die UBS deutlich strengere Kapitalvorgaben abwenden. Zudem hat die Europäische Kommission unter anderem die UBS zu einer Geldbusse verdonnert, dies in einem Rechtsstreit um illegale Absprachen beim Handel mit Staatsanleihen. Die UBS will nun prüfen, ob sie Berufung einlegen werde.
Bei Julius Bär (-1,1%) sorgte eine Beteiligungsmeldung für Gesprächsstoff. Demnach ist das Pzena Investment Management mit einem Stimmenanteil von etwas mehr als 3 Prozent in den Olymp der bedeutenden Julius-Bär-Aktionäre aufgestiegen, was eine Erklärung für den starken Anstieg der Aktie seit Anfang Februar sein könnte. Am Berichtstag kam es nun aber zu Gewinnmitnahmen.
Kühne+Nagel (-0,1%) konnten die markanten Verluste des Vortages anlässlich eines Investorentages auch nicht zu einem kleinen Teil wettmachen.
Die grössten Gewinne fuhren Adecco (+1,6%) sowie die PS von Lindt&Sprüngli (+1,3%) ein. Wie schon am Vortag waren zudem die Aktien der Versicherer Swiss Life (+0,6%), Swiss Re (+0,3%) und Zurich (+0,5%) gesucht, allerdings relativ moderat.
Im breiten Markt sackten GAM (-8,3%) nach Jahreszahlen ab. Der Asset-Manager GAM war im vergangenen Geschäftsjahr in der Verlustzone geblieben und erwartet erst für 2026 die Rückkehr in die Gewinnzone.
Vaudoise schlossen hingegen nach Zahlen unverändert. (awp/mc/pg)