CH-Eröffnung: Zoll-Ängste setzen Aktien weiter zu

Börse Schweiz

(Adobe Stock)

Zürich – Trotz der massiven Verluste vom Vortag sind zum Wochenschluss keine Erholungstendenzen an den Aktienmärkten auszumachen. Der SMI verliert erneut mehr als 1 Prozent. Auch seine europäischen Pendants geben erneut nach, nachdem sich der Abverkauf bereits in Asien fortgesetzt hatte. Mit seinen Zollplänen vom Mittwochabend habe Donald Trump den Handelskonflikt auf eine neue Eskalationsstufe gehoben, heisst es im Handel.

«Die Weltwirtschaft ist in einen dunklen Tunnel eingetreten – keiner weiss, wie es weitergeht», beschreibt eine Händlerin die aktuelle Stimmung. Zölle seien Sand im Getriebe der Weltwirtschaft, welche das Leben aller verteuern, schreiben die Experten von Allianz Global Investors. Im Handelsverlauf dürfte lediglich der US-Arbeitsmarktbericht am Nachmittag das Zeug haben, Investoren kurzzeitig abzulenken.

Der Leitindex SMI verliert gegen 9.20 Uhr 1,16 Prozent auf 12’137,06 Punkte. Der SLI, in dem die 30 wichtigsten Aktien enthalten sind, fällt um 1,15 Prozent auf 1943,43 und der breite SPI um 0,99 Prozent auf 16’200,27 Zähler. Im SLI stehen 24 Verlieren fünf Gewinner gegenüber. Nestlé sind unverändert.

Nach Ansicht von Händlern dürfte am Markt vor allem weiter differenziert werden zwischen den einzelnen Branchen und wie stark sich die US-Zölle auf die Gewinne der jeweiligen Unternehmen auswirken werden. «Der massive Trend zu Aktien mit hauptsächlichem Binnenmarktengagement dürfte sich weiter fortsetzen.»

Grösste Verlierer sind die beiden Finanzwerte UBS (-2,9%) und Julius Bär (-2,5%). Sie hatten bereits am Vortag gelitten. Die aktuellen Marktentwicklungen drücken auf die Marktzinsen. Dies ist generell eher von Nachteil für die Zinseinkünfte der Banken.

Daneben geben Gesundheitswerte auf breiter Front nach. Sandoz, Novartis, Alcon, Straumann, Lonza Roche und Sonova verlieren bis zu 2,4 Prozent. Hier verweisen Händler auf Berichte, wonach Trump nun doch über Zölle auf Pharmazeutika nachdenkt. Zunächst hatte es so ausgesehen, als ob pharmazeutische Produkte verschont würden, was die Papiere etwa von Lonza oder Novartis am Donnerstag gestützt hatte.

Einer der grössten Gewinner sind erneut Swisscom (+0,7%). Der Telekomkonzern ist abgesehen von der Schweiz nur in Italien tätig. (awp/mc/pg)

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