Devisen: Trumps Zollhammer schickt den US-Dollar auf Talfahrt

Devisen: Trumps Zollhammer schickt den US-Dollar auf Talfahrt
(Unsplash)

Zürich – Die breit angelegten Zollerhöhungen von US-Präsident Donald Trump haben am Donnerstag den US-Dollar auf Talfahrt geschickt. Sowohl zum Euro als auch zum Franken gab der Greenback massiv nach.

So kostet das EUR/USD-Paar aktuell 1,1095 nach 1,1029 am Mittag. Am Mittwochabend, bevor Trump seinen «Tag der Befreiung» feierte, hatte das Paar noch 1,0856 gekostet. Auch zum Franken hat der Greenback verloren. Aktuell wird USD/CHF zu 0,8575 gehandelt, am Vorabend waren es noch 0,8824 gewesen.

Derweil hat der Franken auch zum Euro ein Wenig von seiner Rolle als sicherer Hafen profitiert. Derzeit kostet die Gemeinschaftswährung noch 0,9515 Franken nach 0,9536 am Mittag bzw. 0,9579 am Mittwochabend.

Generell hat Trump mit seinen Zollankündigungen für eine erhöhte Volatilität an den Märkten gesorgt. «Die Märkte dürften kurzfristig noch auf Verhandlungserfolge hoffen», heisst es bei der Deka Bank in einem Kommentar. Falls es weder bei China noch Europa oder Japan zeitnah grössere Erfolge gebe, dürfte die Flucht in Sicherheit anhalten.

«Bemerkenswert bleibt, dass der US-Dollar nicht als sicherer Hafen profitiert, sondern Euro und Yen ihm gegenüber aufwerten.» Offenbar sähen Anleger vor allem Risiken für die USA.

Auch der Devisenexperte Ulrich Leuchtmann von der Commerzbank hebt die deutliche Dollar-Schwäche nach den angekündigten Importzöllen hervor. «Der Markt geht offensichtlich davon aus, dass diese Zölle die US-Konjunktur belasten und/oder die US-Notenbank Fed dem inflationären Effekt nicht hinreichend mittels strafferer Geldpolitik entgegentritt.»

Derweil weisen aktuelle Konjunkturzahlen auf eine sich abschwächende Konjunktur in den USA hin. So ist die Stimmung unter den Dienstleistern in den USA im März auf den tiefsten Stand seit neun Monaten gefallen. Der Einkaufsmanagerindex ISM fiel zum Vormonat um 2,7 Punkte auf 50,8 Punkte. Dies ist der niedrigste Stand seit Juni 2023. Volkswirte hatten im Schnitt mit einem geringeren Rückgang auf 52,9 Punkten gerechnet. (awp/mc/ps)

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