Arbeitslosenquote im März stabil – Zölle erhöhen Unsicherheit

Zürich – In der Schweiz ist die Zahl der Arbeitslosen im März leicht gesunken, die Quote verharrte aber auf dem Februarniveau. Allerdings ist die übliche Frühjahrsbelebung etwas schwächer als erwartet ausgefallen. Zudem erhöhen die US-Zölle nun die Unsicherheit.
«Wir hatten eine etwas höhere Zunahme der saisonbereinigten Arbeitslosigkeit», sagte Seco-Experte Jean-Christophe Lanzeray am Freitag zu Journalisten. Daraus könne aber noch nicht auf einen Trend geschlossen werden, relativierte er.
Vielmehr hätten sich im Vergleich «die Spuren der konjunkturellen Normalisierung» gezeigt, nachdem der Arbeitsmarkt nach der Pandemie fast heissgelaufen war.
Schweizweit waren Ende März 132’569 Personen in den Regionalen Arbeitsvermittlungszentren als arbeitslos gemeldet, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft mitteilte. Das waren 2,1 Prozent weniger als im Februar.
Die Arbeitslosenquote verharrte auf 2,9 Prozent. Saisonbereinigt stieg die Quote auf 2,8 von 2,7 Prozent. Während sich die Zahl der Stellensuchenden im März kaum veränderte, ging die Zahl der offenen Stellen gegenüber dem Februar um 4,2 Prozent zurück.
Zölle erhöhen Unsicherheit
Durch die Zoll-Ankündigungen von US-Präsident Trump wurde die Lage jetzt aber deutlich unsicherer. Denn die Mitte März veröffentlichten Prognosen für die wirtschaftliche Entwicklung basierten auf dem damaligen Status Quo. «Nun ist die Wahrscheinlichkeit für eine ungünstigere Entwicklung gestiegen», erklärte Lanzeray.
Die Schweiz sei von den Zöllen auf zwei Kanälen betroffen. Zum einen direkt die Nachfrage nach Schweizer Produkten, zum anderen gebe es indirekte Effekte durch die Entwicklung der Weltwirtschaft. Sollte es zu wirklichen Konflikten zwischen den USA und beispielsweise der EU kommen, könne die Schweiz durchaus Kollateralschäden davon tragen.
Bis die Effekte aber tatsächlich in den Arbeitsmarktdaten sichtbar würden, werde es noch dauern. «Der Arbeitsmarkt reagiert normalerweise mit einer Verzögerung von etwa sechs Monaten.» Und solange die tatsächlichen Massnahmen nicht bekannt seien, seien auch die Auswirkungen schwer vorherzusagen.
Kurzarbeit-Voranmeldungen gestiegen
Während die Daten zur tatsächlichen Kurzarbeit nur zeitverzögert vorliegen, sind im März die Voranmeldungen durch die Betriebe bereits gestiegen. So sei für 33’400 Personen Kurzarbeit vorangemeldet worden, das sind 1000 mehr als im Februar und 18’000 mehr als im Vorjahr. Die Voranmeldungen kämen insbesondere aus dem verarbeitenden Gewerbe, führte Lanzeray aus.
Diese präventiven Massnahmen der Unternehmen könnten durchaus als Indikator für eine erhöhte Unsicherheit angesichts der drohenden Zölle gesehen werden. Allerdings hätten Unternehmen nach der Voranmeldung drei Monate Zeit, um dann wirklich Kurzarbeit einzuführen.
Die Forderung der Wirtschaftsverbände nach einer Verlängerung der Höchstbezugsdauer kann Lanzeray nachvollziehen und dies könne durchaus eine der möglichen Unterstützungsmassnahmen sein. Die Entscheidung treffe allerdings der Bundesrat und vor dem Ausgang der Verhandlungen und mit den tatsächlichen Zöllen auf dem Tisch sei eine Einschätzung schwierig. (awp/mc/pg)