Clariant verbessert Profitabilität bei tieferem Umsatz

Conrad Keijzer

Clariant-Konzernchef Conrad Keijzer. (Foto: Clariant)

Muttenz – Clariant konnte im Geschäftsjahr 2024 trotz Umsatzrückgang die Profitabilität verbessern. Im vierten Quartal konnte der Chemiekonzern erstmals seit Längeren wieder zulegen.

Wie Clariant am Freitag mitteilte, schrumpfte der Umsatz um 5 Prozent auf 4,15 Milliarden Franken. Der Währungseinfluss alleine habe die Einnahmen um 2 Prozent geschmälert.

Gleichzeitig spürte Clariant in vielen Märkten eine anhaltend schwache Nachfrage der Kunden. In der Folge sanken die abgesetzten Volumen um 1 Prozent. Die durchschnittlichen Verkaufspreise waren im Vergleich zum Vorjahr 2 Prozent tiefer.

Erstmals wieder Wachstum im Q4
Nach drei schrumpfenden Quartalen in Folge zeigte Clariant im letzten Jahresviertel wieder ein Wachstum. Und zwar in allen Geschäftsbereichen, wie Firmenchef Conrad Keijzer in dem Communiqué betonte. Auch die Marge wurde verbessert.

Konkret legten die Verkäufe um 3 Prozent auf 1,09 Milliarden Franken zu, um 5 Prozent in Lokalwährungen. Die durchschnittlichen Verkaufspreise stiegen dabei im Vergleich zum Vorjahr um 2 Prozent und die Volumen um 1 Prozent.

Besonders deutlich war das Wachstum im Geschäftsbereich Catalysts mit einem Plus von 7 Prozent in Lokalwährungen. Care Chemicals sowie Adsorbents & Additives legten jeweils um 4 Prozent zu.

Marge verbessert
Clariant verbesserte im Jahr trotz insgesamt sinkender Verkäufe die Profitabilität. Gestützt habe etwa das Margenmanagement in einem deflationärem Umfeld, da die Rohstoff- und Energiekosten deutlich sanken. Auch Programme zur Verbesserung der Performance wirkten sich positiv aus.

Der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) stieg in der Folge um 8 Prozent auf 657 Millionen Franken. Die entsprechende Marge nahm um 1,9 Prozentpunkte auf 15,8 Prozent zu. Vor Sondereinflüssen stieg sie um 1,4 Prozentpunkte auf 16,0 Prozent.

Am Ende der Erfolgsrechnung stand ein Überschuss von 280 Millionen Franken, nach 179 Millionen im Vorjahr. In 2023 hatten Restrukturierungskosten und Rückstellungen einen grossen Teil des Gewinns weggefressen.

Clariant schlägt der Generalversammlung vor, die Dividende stabil bei 42 Rappen je Anteil zu lassen. Die Mittel dafür sind vorhanden: Der operative Cashflow lag in der Berichtsperiode quasi unverändert bei 418 Millionen Franken.

Weitere Restrukturierungskosten
Mit Blick auf das Geschäftsjahr 2025 strebt Clariant ein Wachstum in Lokalwährung von 3 bis 5 Prozent an. Die EBITDA-Marge solle 15,0 bis 15,5 Prozent betragen.

Den im Vergleich zu 2024 tieferen Wert erklärt Clariant unter anderem mit Restrukturierungskosten von rund 75 Millionen Franken. Diese sollen die Kosten bis 2027 um 80 Millionen senken. Vor Sonderfaktoren rechnet Clariant mit einer Marge von 17 bis 18 Prozent.

Clariant bestätigt seine mittelfristigen Ziele. Spätestens bis zum Jahr 2027 will der Hersteller von Spezialchemikalien seine EBITDA-Marge auf 19 bis 21 Prozent verbessern. Gleichzeitig will Clariant in Lokalwährungen um 4 bis 6 Prozent wachsen. (awp/mc/pg)

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